USAFSS/ESC Station Marienfelde

 

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Auch wenn die, zwischen 1962 und 1965 eingerichtete USAFSS/ESC Station - Marienfelde nicht vom Guardbattalion, sondern von der IP bewacht wurde, steht sie in direktem Zusammenhang mit den anderen "Abhörstationen" und soll hier, Aufgrund interessanter Details erwähnt werden.

Die Station wurde "rund um die Uhr" betrieben. Sie diente offiziell der Sicherung des Flugverkehrs und der "Erkundung von atmosphärischen Phänomenen". Auch die britische Royal Air Force war hier aktiv.

Das aber auch hier die "elektronische Kampfführung" betrieben wurde, belegen Unterlagen der Stasi (der Fall des MfS-Spions "Kid") recht klar. Auf dem dicht an der Zonengrenze befindlichen, ca 13ha großen Areal des US Air Force Security Service/Electronic Security Command, befanden sich 14 Gebäude. 6 dieser Gebäude waren sog. "Operations Buildings", zu Deutsch Abhörbetriebsgebäude.

 

Das Aufgabengebiet der 6912th Electronic Security Group (690th Electronic Security Wing) bestand in:

- Erfassung und Auswertung aller elektromagnetischen Abstrahlungen (SIGINT). Sie umfaßt: COMINT (Communications Intelligence): vom Satellitenfunk bis zum Fernschreiber/ Faxgerät;
ELINT (Electronic Intelligence): charakteristische Abstrahlungen von Waffen- und Waffen leitsysternen, Computern; - Brechen fremder Codes, Dechiffrierungen
- Schutz der eigenen Nachrichtenverbindungen. Ende 1991 wurde die Anlage geschlossen, die Technik demontiert, und die Gebäude abgerissen. Heute gehört der "Hügel" zum Freizeitpark Marienfelde.

POSTEN: Unbekannt .

 

Der Fall des MfS-Spions "Kid"


Nach der Wende holten sich die Amerikaner den geflohenen Verräter zurück - die deutschen Gesetze waren ihnen einerlei. Die letzte Reise in Freiheit führte Jens Karney auf ein Schlachtfeld. Der Berliner kurvte mit dem roten Lada Richtung Luxemburg und Frankreich, erkundete unterwegs die Landschaft der Ardennenoffensive. Während der dreiwöchigen Tour im einst von der DDR-Staatssicherheit spendierten Auto bezogen daheim in der Pintschstraße 12 seine Häscher Position.

Verräter
aus Reihen der Stasi wiesen Fahndern des Air-Force-Abwehrdienstes (Kürzel OSI) den Weg zum Altbau in Friedrichshain. Sie enthüllten: Hinter Jens Karney verbarg sich in Wahrheit der frühere US-Sergeant Jeffrey Martin Carney. Unter dem Decknamen Kid spionierte er bis zur Wende für die DDR. Samstag, den 20. April 1991, kam Karney alias Carney aus den Ferien nach Berlin zurück. Montagfrüh, kurz nach 9 Uhr, schlugen die OSI-Agenten zu.

Die auffälligen Tätowierungen bewiesen es: sie hatten den weltweit Gesuchten gefasst. Bewaffnete Greifer identifizierten ihn am schwarzen Panther auf dem rechten, einem Adler auf dem linken Oberarm. In einer Nacht-und Nebelaktion flog man Kid von Tempelhof über Frankfurt in die Staaten aus - heimlich, ohne die zuständigen deutschen Stellen zu informieren. Ein Militärgericht verurteilte den Spion kurz darauf zu 38 Jahren Haft, die er in Fort Leavenworth (Kansas) absitzt - Carney ist einer der drei am härtesten bestraften Stasi-Helfer. Seine Story liegt weitgehend im Dunkeln und wird hier erstmals an Hand der Akten rekonstruiert.

Der Funkaufklärer lieferte seit seiner Stationierung in West-Berlin 1983 Dokumente an die "Hauptabteilung Aufklärung", HVA, über 100 an der Zahl. Als Angehöriger der "6912th Electronic Security Group" in Marienfelde beschaffte er Dossiers über die elektronische Kampfführung. Darunter das Dokument "Canopy Wing", geheimer als geheim. Es deckte auf 47 Seiten Schwachstellen der Hochfrequenz-Kommunikation des Sowjet-Generalstabs auf. Kid verriet den bizarren US-Plan, falsche Befehle in den Funkverkehr zwischen Warschauer-Pakt-Piloten und der Bodenleitstelle Eberswalde einzuspeisen; eine Datenbank mit Stimmenprofilen existierte schon. Bis hinauf zu General Tschebrikow von der UdSSR-Staatssicherheit versah man Kids Informationen "mit höchsten Wertigkeiten".

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