Föhrenweg (USMLM) / CAD-B

 

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1944 beschlossen die Alliierten (Großbritannien, USA, Frankreich, Sowjetunion) in den späteren Besatzungszonen Deutschlands beim dem jeweiligen Oberbefehlshaber Militärmissionen der anderen Besatzungszonen zu akkreditieren.


Das Abkommen zur Einrichtung einer US-amerikanischen Militärverbindungsmission wurde im März 1947 von dem US-Generalleutnant C. R. Huebner und dem sowjetischen Generaloberst Malinin unterzeichnet. Dabei wurden für beide Seiten gleiche Verpflichtungen und Rechte festgelegt.


Die ursprüngliche Aufgabe der USMLM sollte die reibungslose Kommunikation zwischen den  Vertretern der USA und der Sowjetunion sein.
Kurz nachdem die Vertreter der USA ihre Unterkunft in Potsdam-Babelsberg (Neu Fahrländer See) bezogen hatten, wurden die Beziehungen zur Sowjetunion jedoch frostiger und es brach die Zeit des Kalten Krieges an. Aus den Westmächten und der Sowjetunion wurden Feinde.


In dieser Zeit der Feindseeligkeiten änderte sich auch der Auftrag der Mission. Da sich die Mitglieder der USMLM, von besonderen gesperrten Bereichen abgesehen, frei bewegen konnten, wurde dieser Umstand zur militärischen Aufklärung bzw. Spionage genutzt. Es wurden insbesonders Truppenbewegungen und neues Militärgerät fotografisch dokumentierent.

 

Föhrenweg 19-21 in Berlin-Zehlendorf. Auf dem 9300qm großen Gelände steht eine, 1936 gebaute Backsteinvilla, die während der NS-Zeit als geheimes Hauptquartier für Feldmarschall Wilhelm Keitel diente. Dann war sie das operative Hauptquartier der USMLM, während der offizielle Dienstsitz in Potsdam blieb.

 

Im Föhrenweg wurden die Fahrten in die DDR vorbereitet und die Ergebnisse nach beendeter Mission ausgewertet. Hierzu standen den Spezialisten ein exquisit ausgestattetes Fotolabor zur Verfügung. Die gesamte Nutzfläche des Gebäudes beträgt 1800qm (inkl. dem später erstellten Anbau) Auch war hier der größte Teil der Fahrzeugflotte, der USMLM stationiert, deren eindeutig identifizierbare Kennzeichen das US-Länderkürzel, eine große US-Flagge und eine Nummer zeigten. Über die Jahre wechselten die Fahrzeugtypen. Anfangs waren es verschiedene US-Modelle, später dann der Opel Kapitän, Opel Admiral, Opel Senator, Range Rover und der MB 280G, mit spezieller Ausrüstung. Die Fahrzeuge waren entsprechend den Erfordernissen umgerüstet und verfügten, neben dem obligatorischen Unterfahrschutz, teilweise auch über spezielle Formen des Allradantriebs.

 

Zum Artikel: Das geheimnisvolle Haus

 


Obwohl
die USMLM nach dem Potsdamer Abkommen einen legalen Status hatte – die DDR durfte offiziell nichts gegen ihre Aktivitäten unternehmen – versuchten die Nationale Volksarmee und das Ministerium für Staatssicherheit alles, deren Tätigkeit zu stören bzw. zu verhindern. Kontrollen der Mission-Mitarbeiter waren auf dem Gebiet der DDR ausschließlich Offizieren der sowjetischen Truppen vorbehalten. Das war auch jedem DDR Soldaten bekannt, dennoch wurden die Mitarbeiter der USMLM auf ihren Fahrten durch NVA- oder GSSD-Militärfahrzeuge behindert, eingekeilt oder sogar gerammt

Am 22. März 1984 wurde der französische Missionsangehörige Philippe Mariotti als Pkw-Fahrer durch einen schweren NVA-Militär-LKW, Modell Ural in Halle (Saale), gerammt und tödlich verletzt. Wie sich später anhand von  Stasi-Unterlagen belegen ließ, wurde das französische Missionsfahrzeug nach einem, im Vorfeld detailliert ausgearbeiteten Plan gerammt. Der Aufprall war so stark, dass Philippe Mariotti sofort verstarb. Die beiden anderen Fahrzeuginsassen (Offizier Staub, Unteroffizier Blancheton) überlebten unversehrt. Von offizieller Seite, der DDR wurde behauptet, Mariotti sei betrunken gewesen und hätte den Unfall selbst verursacht.



Am 24. März 1985
starb Major Arthur Nicholson auf dem Gelände einer sowjetischen Panzerdivision bei Ludwigslust, als er von einem Wachsoldaten entdeckt und angeschossen wurde. Sein Fahrer (Jessie George Schatz) wurde unter Waffengewalt von Hilfeleistungen abgehalten. Erst nach über 1 Stunde kümmerte man sich um MAJ Nicholson, doch jede Hilfe kam zu spät. Wie die spätere Obduktion durch US-Amerikanische Rechtsmediziner ergab, verstarb MAJ Nicholson bereits wenige Minuten, nachdem er angeschossen wurde. Arthur Nicholson wurde auf der Glienicker Brücke an die US-amerikanischen Mitarbeiter der Verbindungsmission übergeben.In der Mitte der Brücke, die die Demarkationsline darstellte, wurde die US-Flagge über seinen Sarg gelegt. Anschließend wurde der Leichnam auf die Andrews Airbase in die USA überführt.

 

Zur Erinnerung an Maj. Nicholson

 

1988 entschuldigte sich der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow für diesen Vorfall öffentlich.Mit dem Ende des Kalten Krieges und der damit verbundenen Öffnung der Grenzen wurden auch die USMLM deaktiviert. Sie beendete ihre Arbeit offiziell am 1. Oktober 1990.

 

1990 wurde das Objekt in  CAD-B umbenannt (Combined Analysis Detachment - Berlin).

 

Die Aufgaben und Tätigkeiten des Personals blieben jedoch die gleichen.  Allerdings wurde jetzt mit dem BND (Bundesnachrichtendienst) und dem MAD (Militärischer Abschirmdienst) zusammen gearbeitet.

 

Nachdem  eine Zeit lang die WaPo (Wachpolizei) vor Ort war, wurde die Sicherung 1992 wieder dem 6941st Guardbattalion übertragen. Wer zwischen den Zeilen zu lesen vermag, wird Gründe dafür in diesem Anerkennungsschreiben finden.

 

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POSTEN:

Einlaßkontrolle und stündliche Kontrollgänge ab 20.00 Uhr.


TIPP: Aufarbeitung der Historie des Geländes durch Schüler der Rudolf-Steiner-Schule Berlin e. V. (PDF)