Das 6941st Guard Battalion Berlin - 9. Kapitel 1957

 

Die Center-Angehörigen hatten sich an die, durch den Tarifvertrag geschaffenen neuen Verhältnisse, vor allem an den 8-Stunden Wachturnus, gewöhnt.

 

Für die Perso­nalabteilung und die Sachbearbeiter in den Kompanien war der Mehranfall an Verwaltungsarbeit beträchtlich. War bisher für eine Beförderung nur wenig Schreibarbeit zu leisten, so verlangte die Bearbeitung nach den, im T/V enthaltenen Be­stimmungen über Höhergruppierungen und Stufensteigerungen erheblich mehr Aufwand an Arbeit und Zeit. Dazu kam, dass manche Diskussion und ein ziemlich umfangreicher Schriftverkehr mit dem CPO und dem Besatzungslastenamt erforderlich war, um sich erst einmal auf eine für alle Beteiligten verbindliche Auslegung der T/V-Bestimmungen zu einigen.

 

Neuer Commanding Officer 126th Labor Supervision Center wurde im März Maj. BIERS. Im August wurde Maj. MAXWELL durch Capt Mc. COLLUM als Adjutant abgelöst.

 

Im April nahm das Comm. Platoon zusammen mit Amerikanern, Briten, Franzosen und der deutschen Polizei an einer grossen Nachrichtenübung teil. Alle Beteiligten äußerten sich positiv über Funkverkehr und Funkdisziplin. Zu den Lehrgängen in Karlsruhe und - ein letztes Mal - in Mc. Nair Barracks wurden vom Comm. Platoon insgesamt 7 Mann abgestellt.

 

Am 5. Mai wurden die Labor Service Einheiten in Westdeutschland, soweit sie deutsches Personal beschäftigten, in Civilian Labor Groups umgewandelt. Militärähnliche Charakteristika (Dienstgrade, Rangabzeichen, Einheitsbezeichnungen und Dienst­stellungen) verschwanden und wurden durch zivile ersetzt. Diese "Entmilitarisierung" war im so genannten "Truppenvertrag" festgelegt, der allerdings nur für die Bundesre­publik gültig war.

 

In Berlin entschied der amerikanische Kommandierende General nach vorheriger Rücksprache mit HQ USAREUR, dass die Berliner LS Angehörigen von diesen Änderungen ausgenommen waren. Labor Service Einheiten gab es also von nun an nur als solche mit ausländischem Personal (Polen, Litauer, Esten etc.) in Westdeutschland und die mit deutschem Personal in Berlin.

 

Von diesem Zeitpunkt an mussten sämtliche Veröffentlichungen, die von der LS Division oder von HQ USAREUR in Bezug auf Labor Service / Civilian Labor Groups heraus­gegeben wurden, sorgfältig geprüft werden, ob und welchem Umfang ihre Anwendung für das 6941 LSC in Berlin zweckmäßig war. Eine Reihe von Ausnahmegenehmigungen für die verschie­densten Sachgebiete war die Folge. Dieser Umstand und die Tatsache, dass der Berliner Labor Service Tarifvertrag unabhängig von Westdeutschland lief, brachte es mit sich, dass die Labor Ser­vices Division sich immer weniger für die Berliner Belange zuständig erklärte und dass dadurch die Verbindung immer lockerer wurde. eine Entwicklung, die von dem Berliner Center zwar nicht gefördert, aber auch nicht ganz ungern gesehen wurde.

 

Während der Monate Mai bis Juli musste der Motor Pool folgende Fahrzeuge ab­geben:

1  Truck 1/4 to. M 38

1  Ambulance 3/4 to. DODGE

3  Trucks 3/4 to. DODGE

8  Trucks 1 1/2  to. DODGE

8  Trucks 2 1/2 to. M 34

8  Trailer 1/2  to. M 104

Im Austausch erhielt er dafür folgende Typen:

2   Trucks 1/2 to. FORD Pick-Up

1   Ambulance  OPEL-BLITZ

10 Trucks 1 3/4 to. OPEL

8   Trucks 3 1/2 to. FORD

8   Trailer 1 to. KAESSBOHRER

Diese Gebrauchtfahrzeuge wiesen jedoch erhebliche Mängel und Rostschäden auf, deren Besei­tigung einen großen Aufwand an Arbeitsstunden erforderte, da z.B. bei den 3 1/2-Tonnern sogar die Pritschen abgebaut werden mussten. Die Aufteilung war nun wie folgt:

126 LSSC:

1   Sedan

2   Trucks 1/2 to. Pick-Up

HQ Co:

1   Sedan

10 Trucks 1/4 to. M 38

1   Ambulance OPEL

2   Trucks 1 3/4 to. OPEL

11  Trucks 2 1/2 to. M 34

5    Trailer 1/4 to.

6    Trailer 1/2 to.

1   Trailer Water-Tank

Gd Co's:

2   Trucks 1/4 to. M 38

2   Trucks 1 3/4 to. OPEL

2   Trucks 3 1/2 to. FORD

2   Trailer 1/4 to.

2   Trailer 1 to.

 

Das auf dem Gelände des Olympiastadions befindliche ehemalige britische Mu­nitionsdepot wurde im Frühjahr an die Amerikaner und die Franzosen abgegeben. Die Amerikanner belegten etwa 2/3 der vorhandenen Bunker und die Franzosen den Rest. Für das LS Center bedeutete diese Übergabe, dass es jeden zweiten Monat die Bewachung dieses neuen Objektes, das den Namen Installation "B" erhielt, zu übernehmen hatte. Stärke: 1 Sgt. of the Guard und 6 Posten. Das Personal für diese Aufgabe musste von der Trainingskompanie gestellt wer­den. Der Com Platoon errichtete für die dort stehenden Posten ein Feldfernsprechnetz.

 

Am 4. August verstarb Cpl. RALF DONNER, 4012 LS Co. Ein Ehrenzug und viele Center-Angehörige gaben ihm das letzte Geleit.

 

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