Das 6941st Guard Battalion Berlin - 6. Kapitel 1954

 

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Wieder erhielten mehrere hervorragende NCO's Offiziersstellen.

 

Im Wachdienst gab es einige Veränderungen. Das Objekt POL war aufgehoben worden. Ein neues Munitionsdepot war am Hüttenweg in Dahlem gebaut worden, das den Namen Installation "A" erhielt. Das alte Munitionsdepot in Wannsee hörte auf, als solches zu existieren. Das Gelände dort erhielt den Namen "Wannsee Depot Training Area" und diente - wie aus dem Namen zu entnehmen - zu Ausbildungszwecken. Der vorhandene Karabiner-Schiesstand wurde vergrößert und umgebaut. Ein Panzer-Schiesstand wurde errichtet, ein Gasreizraum gebaut und ein Handgranaten-Stand angelegt.



Durch
diese Maßnahmen war natürlich auch eine Verstärkung der Bewachung nötig. Neben einem Torposten gab es nun noch eine Motorized Patrol - zwei LS Angehörige, die nach einem bestimmten Zeit- und Streckenplan in einem Jeep das Gelände abzufahren hatten.

 

Auch zeitlich gab es für alle Wachleute eine Veränderung: Die Postenzeit von bisher fünf Stunden wurde auf sechs Stunden erhöht, dadurch wurden natürlich auch die Freizeiten länger (wenn auch zwangsläufig seltener). Etwa einmal in zehn Tagen hatte jeder Wachmann 36 Stunden frei (bisher höchstens 20 Stunden).
Eine Ausnahme bildete lediglich das Objekt Installation IVO, das den alten 24-Stundenturnus beibehielt.

 

An Kontrollpersonal war zu dieser Zeit im Einsatz:


1 Officer of the Guard in Installation "A" (24 Std.)
1 fahrender CG, der sämtliche anderen Objekte zu kontrollieren hatte (12 Std.)
1 Company Duty Officer (von 17.00 - 08.00 Uhr)

Der die Objekte der betreffenden Wachkompanie kontrollierte
(CO, XO oder Interpreter Off).

 

Der Center OD machte nicht mehr von 12.00 bis 12.00 Uhr Dienst, sondern ebenfalls nur von 17.00 bis 08.00 Uhr und hatte nur noch die Posten Roosevelt Barracks zu kontrollieren. Dazu wurden die Offiziere der Stabskompanie herangezogen. 

 

In McNair Bks, im Quartermaster Depot und in Roosevelt Bks waren Sgt's of the Guard stationiert. 

Auf fast allen anderen Objekten waren die betreffenden Reliefführer Commander of the Guard.
In Installation "A" z.B. waren innerhalb 24 Stunden folgende Wachvorgesetzte im Einsatz:


1 OG,
1 Sgt,
3 Cpl's of the Guard. 

Dieses Objekt wurde aber außerdem auch noch vom zuständigen Co DO und vom dem Ordnance Duty Officer kontrolliert.Das wichtigste Ereignis des Jahres war ohne Zweifel die Teilnahme zweier LS Companies (4014 und 4077) an der großen Abschiedsparade für den abgelösten Commanding General, Berlin Command, BG CRAIG auf dem 4. Ring am 6: April 1954. 

 

Es war das erste Mal, dass LS Einheiten in geschlossenem Verband mit anderen US Army Einheiten an einer Parade beteiligt waren.
Keine Frage, das alles klappte vorzüglich! In seiner Ansprache erwähnte BG CRAIG die "auf dem linken Flügel angetretenen deutschen Labor Service Männer in ihrer schmucken blau-grauen Uniform" ganz besonders, und hob ihre Verdienste hervor. Kurze Zeit nach diesem Ereignis gab HQ USAREUR eine Anweisung heraus, in der dem LS die aktive Teilnahme an US Paraden in der Öffentlichkeit verboten  wurde.

 

An Kraftfahrzeugen hatte das Center im Jahre 1954 folgenden Bestand:


18  4 to. Trucks M 38
1   Ambulance 3/4 to. Dodge
2   3/4 to. Trucks Dodge
19  2 1/2 to. Trucks M 34    
8   1 1/2 to. Trucks Dodge
1   Sedan Opel Kapitän

Gefahrene Meilen und Kraftstoffverbrauch wiesen gegenüber dem Vorjahr nur geringfügige Veränderungen auf.

 

Im Frühjahr erhielten 20 Guard Inspectors der Industrial Police durch die LS Fahrlehrer eine Fahrausbildung und legten auch die Führerscheinprüfung ab. Zu diesem Zweck wurden Center-eigene Fahrzeuge zur Verfügung gestellt.

 

In diesem Jahr nahmen insgesamt 16 LS Leute an den Nachrichten-Lehrgängen in McNair Bks teil. Der Communication Officer  erhielt die Genehmigung zur Besichtigung des Trennlagers der Bundespost und bekam kostenlos Elektromaterial und einen Klappenschrank. Zu diesem Klappenschrank passend stellte das Communication Platoon ein neues internes Fernsprechnetz her. Die Vermittlung in Roosevelt Bks war nun Tag und Nacht besetzt.

 

Im Mai verstarb der langjährige Food Service Officer, LT  KUBE. Zu seiner Bestattung stellte das Center einen Ehrenzug und die Kranzträger.

 

Mitte des Jahres wurde die Boxhalle in eine Tennishalle umgebaut.

 

Zum Jahrestag fand in den Roosevelt Barracks eine große Parade des Centers statt, zu der eine Army Band spielte. Auch diese Parade war ein grosser Erfolg. Eingeladene Offiziere der damals noch im Entstehen begriffenen Bereitschaftspolizei sollen geäußert haben, dass sie in ihrer Truppe noch Jahre brauchen würden, um ein derartig exaktes und diszipliniertes Schauspiel bieten zu können. Dieser Tag sah viele Besucher, prominente und private; es gab eine ausgezeichnet ausgestattete Tombola, Kinderbelustigungen, Vorführungen namhafter Künstler und natürlich Tanz in mehreren Räumen. Alle Einrichtungen und Unterkünfte konnten besichtigt werden. An alle Besucher wurde zum Mittag Erbsensuppe mit Speck ausgegeben.

 

Beim Sportfest konnte die 4014 LSCo die Ehrenpreise als 1. Sieger im 3000 m Mannschaftslauf und im Fußball erringen.

 

Herr MAZEY schied als Pächter des Union Clubs und des PX aus. Seine Nachfolger waren zunächst Herr RlEDEL und Herr CASSEL. Ab April erhielt dann Herr KOSSMANN die Konzession.

 

Der Center Commander bemühte sich auch in diesem Jahr intensiv um weitere Kontakte zu führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens; unter diesen wäre der damalige Polizeipräsident, JOHANNES STUMM, vielleicht besonders hervorzuheben. Alle diese Bemühungen hatten das Ziel, einen Status für die Berliner LS Angehörigen zu erreichen.
Wohl war dem Kommandeur klar, dass ein derartiges Projekt Zeit zur Reife braucht, ein TARIFVERTRAG jedoch, den es für alle anderen deutschen Arbeitnehmer gab, war sicherlich schneller und auch leichter zu erreichen. Dieser konnte dann vielleicht als eine Etappe auf dem Wege zu einem Status (ähnlich dem des öffentlichen Dienstes) angesehen werden. Diese, eigentlich doch selbstverständliche, Gleichstellung mit anderen Beschäftigten war das Nahziel, das LTC KOLLOCH im Auge hatte. Seine Bemühungen führten dazu, dass viele Besucher in die Kaserne kamen, so dass die meisten LS Angehörigen recht hoffnungsfroh in die Zukunft schauten.

 

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