Das 6941st Guard Battalion Berlin - 5. Kapitel 1953

 

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Die Unruhe, die das vergangene Jahr mit seinen vielen Veränderungen mit sich brachte, hatte sich gelegt und man hatte sich an die neue Führung gewöhnt. Zwar forderten die häufigen Inspektionen immer noch ein Höchstmaß an Arbeit und Einsatzfreudigkeit, doch waren die LS-Männer auch stolz auf die stets guten Ergebnisse.

 

Der Wachdienst  verlief  wie gewohnt.
Während der Trainingszeiten im Sommer gingen die Kompanien auf 3 bis 6 Tage in den Grunewald ins Zeltlager. Der Dienst dort war sehr abwechslungsreich: Field-Training, Zivile Unruhen-Bekämpfung, Kartenlesen und Sport wechselten miteinander ab. Es wurde draußen gekocht und übernachtet. In der Freizeit wurde gebadet, es gab Kino­Vorführungen und der Kantinenpächter errichtete einen PX-Stand. Die Biwaks erfreuten sich allgemeiner Beliebtheit und förderten das Zusammengehörigkeitsgefühl der Männer.

 

Zur Ausbildung des LS Mannes gehörte u. a. auch, dass er jährlich einmal am „Record Firing“ teilnahm. Bisher war auf dem "Rose Range"-Schiessplatz. nahe S-Bahnhof Wannsee geschossen worden, der jedoch nur 10 Scheiben für 100 yards und nur 2 für 200 yards hatte. Nun wurde jedoch der erheblich größere "Keerans Range"-Schiessplatz an der ehemaligen Avus-Südschleife benutzt, wo 50 Scheiben zur Verfügung standen mit den Entfernungen 100, 200 und 300 yards.

 

Das Training wurde verstärkt, nicht zuletzt durch die Einrichtung einer NCO School. Diese Schule sollten zunächst alle NCO’s durchlaufen (Der Lehrgang dauerte 4 Wochen) und dann LS-Angehörige, die für die Unterführerpositionen geeignet waren. Jeder Lehrgang bestand aus 20 Mann, die von den beiden Trainingskompanien gestellt wurden. Die Schule wurde vom CO der H4 Co geleitet; ihm zur Seite standen:
LT PISTORIUS und LT PUESCHEL.
Ersterer konnte aus seiner Erfahrung als ehemaliger Polizeibeamter wertvolle Beiträge zur Ausbildung in der Bekämpfung von Unruhen geben.
LT PUESCHEL hatte als S-3 Guard Inspector beim Aufbau der Wachsysteme mitgewirkt. Er hatte auch alle für die Ausbildung notwendigen Vorschriften und Unterlagen gesammelt, geordnet und in einem LS-Handbuch („Der kleine Pueschel“) zusammengefasst, das etwa zur gleichen Zeit herauskam.
Ihm oblag die Ausbildung in Guard Duty, Weapons Training und Preliminary Marksmanship. Bei diesen Unterführerlehrgängen wurde erstmalig nach genauen einheitlichen Richtlinien ausgebildet. Das Lehrprogramm umfasste ausser den rein dienstlichen Themata auch Unterricht in Psychologie und Menschenführung, wozu der Chaplain, CPT BUISMANN, und verschiedene besonders geschulte Offiziere herangezogen wurden.

 

Rückschauend muß man feststellen, dass die Einrichtung dieser Schule unbedingt notwendig war. Die an die Lehrgangsteilnehmer gestellten Forderungen waren recht hoch und so mancher selbstbewusste, ältere NCO musste plötzlich feststellen, dass es mit seinen dienstlichen Kenntnissen gar nicht so weit her war.
Die Namen der beiden Besten eines jeden Lehrganges wurden als „Honor Graduates“ auf Ehrentafeln veröffentlicht. Die beiden „Honor Graduates“ des ersten Lehrganges erhielten Offiziersplanstellen. Es war seit Bestehen der Einheit erst zweimal vorgekommen, daß NCO’s solche Planstellen erhalten hatten. Nun eröffneten sich weitere Aufstiegsmöglichkeiten für die Besten des NCO Corps.

 

Durch den Abschied von MAJ ESCHENBURG im August wurde der bisherige S-3 Officer, MAJ WEIDEMANN, Center Executive Officer.

 

Die Angehörigen des Motor Pools bauten mehrere Modelle für den Fahrschulraum. Dort wurde sogar ein komplettes Fahrzeug der Marke OPEL P 4 mit aufgeschnittenem Motor und elektrischen Antrieb für Anschauungszwecke aufgestellt.
In diesem Jahr legten die LS-Fahrer 511 608 Meilen zurück, wofür 56 772 Gallonen Kraftstoff benötigt wurden.

 

Das Communication Platoon  konnte die Ausbildung seiner Angehörigen weiter vorantreiben. Unterrichtsräume wurden ausgebaut, wodurch die Möglichkeit gegeben war, alle Angehörigen des Platoons im Radioverkehr zu unterrichten. Neun LS-Männer nahmen an Lehrgängen in McNair Barracks und Neureuth teil. Einer von ihnen wurde Bester eines Nachrichtenlehrganges der Signal Branch.
Die Ausrüstung mit Funkgeräten wurde geändert und modernisiert.

 

Das diesjährige Sportfest fand im Stadion Lichterfelde statt. Die HQ Co wurde Fußballmeister, die 4077 LSCo Faustballmeister und die 4014 LSCo Handballmeister.

 

SFC KAUFMANN, 4078 LSCo, wurde Sieger im Hochsprung. Die 4077 LSCo errang außerdem noch den Wanderpreis für die 20 x 100 m Staffel und wurde Sieger in der 4 x 100 m Staffel.

 

Am 17. April hatte das Center von KLAUS DOEHLER (4014) Abschied nehmen müssen, der bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen war. Viele Kameraden gaben ihm das letzte Geleit.

 

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